Sonntag, 15. April 2018

Dies kann man nicht für immer vergessen !


Rezension zu "Für immer vergessen" (C.Rimmeck)


Titel:                      Für immer vergessen

Autor:                    C. Rimmeck
Ausgabe:              Taschenbuch
Preis:                     8,99€

Seiten:                   252

Sterne:                  3




Inhalt: 

Das Ehepaar Past wagt nach dem Unfalltod ihrer Tochter einen Neubeginn in einem Berliner Mietshaus. Während seine Frau angeblich ein Geistermädchen zu sehen und zu sprechen glaubt, wird ihr Mann das Gefühl nicht los, dass in seinem neuen Zuhause etwas schreckliches geschehen sein muss. Er versucht dem merkwürdigen Verhalten der Vermieterin und den Geschehnissen auf den Grund zu gehen und begibt sich damit in große Gefahr. 


Meine Meinung: (Achtung Spoiler)

Es ist für mich immer schwierig einen Autoren in dessen Anfängen zu beurteilen. Denn man hat schließlich keinerlei Vergleichswerke. Ich persönlich stelle mir aber immer vor, wie ich einen Roman aufbauen würde und versuche Parallelen auszumachen. Einen Bestseller sollte man daher mal ganz außen vor lassen. 

Die Grundidee von "Für immer vergessen" finde ich im nachhinein gut und detailliert ausgedacht und nieder geschrieben. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, dennoch recht spannend ausgeführt. Natürlich sind einige Logikfehler zu finden, einige Szenen und Verhalten der Charaktere kaum nach zu empfinden und zu verstehen. 
Am meisten allerdings hat mich beeinflusst, dass ich mit keinem Protagonisten warm werden konnte. Die Warmherzigkeit oder die Nähe haben mir da einfach schlichtweg gefehlt. Auch das Ende war ein wenig übertrieben und zu einfach gelöst. Das Gefühl einen Thriller in den Händen gehalten zu haben, hatte ich an keiner Stelle. Für mich las sich dieses Buch eher wie ein Familiendrama. Aber das kann ja auch mal ganz nett sein. 

Jedenfalls war für mich "Für immer vergessen" einfach nicht wirklich schlüssig. Zum einen bleiben für mich einige Fragen offen: Warum wollte die Vermieterin ausgerechnet die beiden Hauptfiguren in ihrem Haus haben? Warum wollte sie dann plötzlich ihre Tochter mit Thomas verkuppeln?
Dann das merkwürdige Verhalten von ihr, was genau wollte sie damit bezwecken? Warum ließ sie ihren Sohn mit ihrer Tochter in einer Wohnung hausen und warum wurde darum so ein Geheimnis ausgesprochen. Dies sind nur einige von vielen Ungereimtheiten, die mich fragend zurück lassen. Deswegen gehe ich davon aus, dass über solche Situationen nicht richtig nachgedacht wurde und sie einfach mit in den Roman eingebunden wurden. Aber wenn man für derartige Szenen keine Erklärungen finden kann, trübt das einfach den Lesefluss und das Gesamtergebnis. 

Für mich kam es so vor, als habe man sich nur über die eigentliche Grundidee Gedanken gemacht und das weitere Vorgehen sowie die Nebenszenen einfach fast ins Nichts laufen lassen. Schade, denn man hätte noch viel mehr aus diesen 250 Seiten herausholen können. 

Vielleicht wird uns der Autor C. Rimmeck ja beim nächsten Roman überraschen und uns eines besseren belehren. 


Fazit: 

Ein gut gehütetes Geheimnis, eine merkwürdige Vermieterin und ein Ehepaar, dass seinen Verlust verarbeiten muss. Dies alles vereint der Roman "Für immer vergessen". Hört sich nach einem Thriller an, liest sich aber keineswegs wie ein solcher. Das Ende gestaltet sich auch nicht gerade überragend und zu viele offene Fragen; Fragen über den Sinn des Ganzen; über das Verhalten der Protagonisten. Man kann, aber man muss dieses Buch nicht lesen. 

Der Autor hat mich aber mit seinem Schreibstil gut unterhalten können und ich hatte Spaß beim Lesen und deswegen vergebe ich auch gerne ganze 


3 Sterne !! 








Donnerstag, 12. April 2018

Eine wundervoll erzähle Familiensaga


Rezension zu "Das Versprechen der Jahre" (Penny Vincenzi)


Titel:                      Das Versprechen der Jahre

Autor:                    Penny Vincenzi
Verlag:                   Goldmann Verlag
Ausgabe:              Klappenbroschur
Preis:                     12,00€

Seiten:                   640

Sterne:                   4,5























Inhalt: 

Gegen den Willen ihrer Eltern heiratet die schöne junge Lady Celia den Verleger Oliver Lytton. Als dieser in den Krieg einberufen wird, muss sie alle Entscheidungen selber treffen. Die stabile Fassade ihres Lebens bekommt allmählich Risse und zudem kommt sie mit ihrem Mann nicht mehr zurecht, als dieser aus dem Krieg zurückkehrt. 
Währenddessen macht ihr der smarte Autor Sebastian den Hof. Wird sie sich darauf einlassen und wie wird sich ihr Leben und das ihrer Familie nach den verheerenden Kriegsjahren entwickeln?

Die Lytton Saga beginnt im Jahre 1904 in London und verspricht eine Geschichte um Liebe, Intrigen, Leidenschaft, Macht und ungewöhnlicher Ereignisse ! 


Meine Meinung: 

Eine Familiensaga mit so vielen Charakteren, unterschiedlichen Ansichten und Lebensgeschichten zu lesen gestaltet sich anfangs recht schwierig. Ich konnte mir kaum die Namen merken, geschweige denn wer zu wem gehört. Auch ist in diesem Roman keine Unterscheidung zu erkennen, wer gerade mit wem spricht oder wer gerade im Blickfeld des Lesers steht. Die Übergänge sind manchmal kaum wahr zu nehmen und so hat man Mühe dem Geschehen zu folgen. Doch dies wird mit der Zeit immer besser und man gewöhnt sich daran. Die Figuren bekommen immer mehr Festigkeit und von Seite zu Seite formt sich ein Bild eines jeden. So detailliert beschrieben kann man sich auch für den ein oder anderen erwärmen oder das Gegenteil tritt ein. 

Man hat das Gefühl als lebe man unter der Familie Lytton. Celia ist die nette Freundin und eine Person, die man einfach ins Herz schließen muss. Ebenso Oliver, auch wenn er öfter einen starken Mann heraushängen lassen möchte. Die kleine Barty hat es mir am meisten angetan. Ein Mädchen, dass heranwächst in einer Welt, von der sie nur träumen konnte und doch in ihrem Inneren die Liebe fehlt, die sich sehnlichst wünscht. Bemerkenswert ihren Werdegang mit erleben zu dürfen. 

Der Schreibstil der Autorin ist warmherzig, locker leicht und faszinierend. Ich hatte enorm großen Spaß an diesem Buch. Man fühlt die Atmosphäre, die sie dieser Geschichte eingehaucht hat und ich freue mich sehr darauf die weiteren Werke in Händen halten zu dürfen. Denn man muss einfach wissen, was noch alles auf die Lyttons zukommen wird. 


Fazit: 

Eine wundervoll erzählte Familiensaga mit Charakteren, die man ins Herz schließen mag. Wer gerne die Entwicklungen einzelner liebenswürdiger Personen miterleben möchte, der sollte auf jeden Fall zu diesem Roman greifen. Fast identisch mit Werken wie Downton Abbey und ähnlichem. Eine tolle Charakterdarstellung und unendlich viel Charme verbreiten sich in dessen Zeilen. Ein Wohlfühlbuch !! 

Für mich ein hoher Lesegenuss und deswegen vergebe ich auch gerne ganze 

4,5 Sterne ! 















Donnerstag, 5. April 2018

Kein zufriedenstellendes Ende


Rezension zu "Zu Nah" (Olivia Kiernan)


Titel:                      Zu Nah

Autor:                    Olivia Kiernan
Verlag:                   HarperCollins
Ausgabe:              Klappenbroschur
Preis:                     14,99€

Seiten:                   368

Sterne:                   4




Inhalt: 

Frankie Sheehan, Detective in Dublin beschäftigt sich gerade mit einem brisanten Fall. Eine Wissenschaftlerin wurde in ihrem Schlafzimmer erhängt vorgefunden. Ihr Name: Eleanor Costello. Jeder fragt sich, ob es sich tatsächlich um Selbstmord handelt. Doch als wenige Tage später eine weitere Frauenleiche entdeckt wird, ist dieser Gedanke schon lange hinfällig, denn Amy Keagan war die Geliebte des Ehemanns von Eleanor Costello.   

Auf der Suche nach ihm durchlebt Frankie ihre eigene Hölle und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. 


Meine Meinung: (Achtung Spoiler)

Nach Zuschlagen des Buches konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Leider hat mir die Auflösung nicht gefallen und auch nicht gereicht. Ich habe den komplexen Verlauf der Kriminalfälle hinsichtlich dessen Endes nicht folgen können. Mal ehrlich, wenn Fragen offen bleiben oder sie einfach unlogisch erscheinen, kann das das bisher Gelesene komplett im anderen Licht erscheinen lassen. 

Anfangs hatte ich erst Probleme mit dem Schreibstil, der sich aber mit der Zeit in eine andere Richtung begab und er mir immer mehr Spaß bereitete. Vor allen Dingen der irische Humor, den ich besonder gerne mag und hervorheben möchte. Auch die Grundidee, die Mordfälle und die Charaktere konnten mich immer und immer mehr begeistern. Aber bitte doch nicht solch ein Ende. Nach über 300 Seiten taucht plötzlich eine Person auf, mit der man nie rechnen konnte und die für all die Taten verantwortlich sein soll? Aber aus welchen Motivgründen? 

Eleanor und Dr. Burke sollen seit Kindertagen miteinander befreundet sein, komisch, dass dies niemand bemerkt hat. Auch nicht, dass er ein Nachbar sei. Zudem kommt noch hinzu, dass Peter Costello angeblich über Jahre hinweg vergiftet worden sein soll und ich frage mich, wer dahinter gesteckt haben könnte und warum? Seine Frau oder Dr. Burke? Und falls ja, warum? Für mich ist die Auflösung total unlogisch und kommt mir so vor als wollte die Autorin nur ein Ende setzen. Wirklich schade, da der Rest des Romans großes Potenzial aufwies. Aber mit diesen letzten Kapiteln hat "Olivia Kiernan" meiner Meinung nach viel kaputt geschrieben. 

Ich bin über diese Tatsache leicht betrübt, unzufrieden und werde fragend zurück gelassen. 


Fazit: 

Netter Schreibstil mit irischem Humor. Interessante Story, aber kein plausibles Ende und mit vielen offenen Fragen. Kann man, muss man aber nicht unbedingt gelesen haben. Mir persönlich hat er aber wenigstens bis zum Ende hin sehr gut gefallen und deswegen kann ich auch noch ganze 

4 Sterne 

vergeben ! 














Samstag, 31. März 2018

Ein Roman, der die Seele berührt



Rezension zu "Die Vergessenen" (Ellen Sandberg)


Titel:                      Die Vergessenen

Autor:                    Ellen Sandberg
Verlag:                   Penguin Verlag
Ausgabe:              Klappenbroschur
Preis:                     13,00€

Seiten:                   512

Sterne:                   5




Inhalt: 

Kathrin Mändler tritt im Jahre 1944 eine Stelle als Krankenschwester an und ahnt nicht, in welch schreckliche Geschichte sie sich verwickeln wird. Denn sie verfällt dem dortigen Arzt Dr. Karl Landmann, der aber nicht das ist, wofür sie ihn hält. 

Viele Jahrzehnte später im Jahre 2013 soll Manolis Lefteris für seinen Auftraggeber bei einer alten Dame Unterlagen besorgen, ohne zu wissen, was er damit aufdecken wird: Ein Verbrechen über Generationen hinweg; Ein Verbrechen, welches nie verjähren wird. 


Meine Meinung: (Achtung Spoiler)

Ich bin erstmal sprachlos, dass solche furchtbaren Verbrechen tatsächlich geschehen sind. Bei den jeweiligen Beschreibungen und die Kapitel um Kathrin bekam ich oftmals Gänsehaut. Therese, das kleine Mädchen, welches Kathrin nicht retten konnte, hab ich ganz in mein Herz geschlossen, auch wenn man sie nicht allzu oft antraf. Doch Therese erinnert mich persönlich an ein solches Mädchen, welches immer sehr sehr dankbar für jede Zuwendung war. Arme unschuldige Geschöpfe, ich kann das fast noch immer nicht glauben. Und Kathrin hätte ich oftmals eine wischen können, wie kann man sich in solch einen Mann vernarren? Da fällt mir nichts mehr ein. Sie war die einzige Person, die ich nicht verstehen konnte. Solche Reaktionen von ihr hätte man absolut nicht erwarten können. 

Die übrigen Protagonisten kamen weitaus authentischer rüber und am liebsten mochte ich Manolis, der sich letztendlich für das richtige Verhalten, die richtige Vorgehensweise entschied. Vera kam eher sehr naiv rüber und alle anderen Charaktere konnten mich nicht ganz erreichen. Aber dennoch oder vielleicht gerade deswegen war der Roman für mich etwas ganz Besonderes. Obwohl man anfangs schon ahnen konnte, in welche Richtung die Szenen laufen würden, war das Ende doch sehr überraschend und detailliert ausgearbeitet. 

Der Schreibstil der Autorin ist sehr locker, leicht, aber dennoch mit Tiefgründigkeit zu bezeichnen, so dass man einfach das Buch kaum aus der Hand legen wollte. 

Einziger Manko, welches mich zu Anfang des Romans sehr verwirren konnte, war die Tatsache, dass zu viele Charaktere auf einmal anwesend schienen und mich in deren Darstellung durcheinander brachten. Aber das legt sich mit der Zeit und behindert auch kaum die eigentliche Geschichte. Auch nicht die Tatsache, dass die Vergangenheit oder die Rückblicke nicht wirklich gekennzeichnet waren. Aber mit ein wenig Konzentration kann man das auch spielend meistern. 

Erwähnenswert finde ich auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und Vergangenheit von Manolis, welcher ständig an die schrecklichen Ereignisse seines Vaters zurückdenken muss und von schlimmen Albträumen heimgesucht wird. Diese Geschichte über ihn und seiner Familie alleine hätte schon einen ganzen Roman verdient. Schön wie die Autorin solche Szenen noch mit einbauen ließ. Das verleiht dem Ganzen noch mal einen einzigartigen Charakter. 


Fazit: 

Ein Roman, der die Herzen berühren wird, denn das schreckliche Verbrechen an unschuldigen Opfern kann man nicht ignorieren. Der wundervolle Schreibstil und die detailliert beschriebenen Charaktere, denen man ihr Verhalten abkauft, tragen zu einer Sucht bei, die es fast unmöglich macht, das Buch aus der Hand zu legen. 

Dies wird definitiv nicht das letzte Buch der Autorin sein, welches ich gerne lesen möchte. Und da es mir unheimlich gut gefallen hat, vergebe ich auch gerne ganze 


5 Sterne !! 








Freitag, 23. März 2018

Klug durchdachter Roman


Rezension zu "Invisible" (Poznanski/Strobel)


Titel:                      Invisible

Autor:                    Poznanski/Strobel
Verlag:                   Wunderlich Verlag
Ausgabe:              Klappenbroschur
Preis:                     14,99€

Seiten:                   368

Sterne:                   4





Inhalt: 

Eine Reihe unglaublicher Morde geben den beiden Kriminalkommissaren Nina Salomon und Daniel Buchholz viele ungelöste Rätsel auf. Unbescholtene Bürger werden auf einmal zu Mördern und obwohl sie ihr Opfer nicht zu kennen scheinen, entwickeln sie eine enorme Wut. Wieso sie dies taten oder was mit ihnen geschehen ist, bleibt im Dunkeln. Werden sie eventuell manipuliert? Was steckt hinter dem Ganzen? 


Meine Meinung: 

Ich muss gestehen, dass ich zu Anfang des Buches recht enttäuscht gewesen bin, denn ich hatte den Eindruck, dass Kinder die ersten Seiten geschrieben hätten. Ich betone dies, weil mir das Verhalten von Nina und Daniel derart kindisch und unreif vorkam, dass ich nicht habe glauben können von den beiden Bestseller Autoren "Poznanski/Strobel" einen Thriller in den Händen zu halten. Aber je näher man dem Geschehen kam, umso vertrauter wurde ich wieder mit dem Schreibstil, der ja wirklich an Spannung oft nicht zu übertreffen ist. 
Und das hielt sich auch bis ganz zum Schluss. Für mich eines der allerwichtigsten Kriterien für einen unheimlich guten Kriminalroman oder Thriller. 

Was mir aber ein wenig säuerlich aufstieß sind die wechselnden ICH-Perspektiven von Nina und Daniel. Man kommt schnell durcheinander, wer gerade wieder aus welcher Sicht spricht und zudem passt es meiner Meinung nach eher zu anderen Genres. Aber auch dies konnte mich nicht davon abhalten das Interesse zu verlieren oder gar am Ende mit einem schlechten Gefühl das Buch zu beenden. 

Obwohl mir die beiden Ermittler nicht ganz so sympathisch sind und wie ich schon erwähnt habe, sehr unreif beschrieben werden und sich auch so verhalten, finde ich jegliche Geschichte um das Paar extrem außergewöhnlich und absolut fesselnd. 

In "Invisible" kamen wieder mal gut durchdachte Strategien und Szenarien vor, mit denen man sich auch selber noch Stunden nach Beenden des Buches Gedanken über seine eigenen Handlungsweisen und Darstellungen anstrebt. Unheimlich wenn man bedenkt, dass diese Story genauso gut jeden von uns treffen könnte, denn man gibt tatsächlich jeden Tag einiges von sich preis ohne es wirklich geahnt zu haben. Einfach nur erschreckend ! 


Fazit: 

Mal abgesehen vom Ermittlerpaar ein exzellenter strategischer Thriller, der an keiner Stelle an Spannung verliert. Erschreckend authentisch und klug durchdacht. Für mich ein wahres Lesevergnügen und daher bekommt "Invisible" von mir auch hervorragende 


4 Sterne !! 


















Dienstag, 20. März 2018

Auf der Suche nach der Vergangenheit




Rezension zu "Das geheime Lächeln" (Bettina Storks)


Titel:                      Das geheime Lächeln

Autor:                    Bettina Storks
Verlag:                   Diana Verlag
Ausgabe:              Taschenbuch
Preis:                     9,99€

Seiten:                   480

Sterne:                   4





Inhalt: 

Beim Bearbeiten eines Auktionskataloges entdeckt die Journalistin Emilia Lukin ein Gemälde einer jungen Frau, welche ihr sehr ähnlich sieht. Nach Recherchen erfährt sie, dass es sich hierbei um ihre Großmutter handelt, die sie nie kennen lernen durfte. Denn als junge Dame gab sie ihre Tochter in die Hände anderer und verschwand im schönen Paris der 30er Jahre. 

Wissbegierig und voller Hoffnung folgt Emilia den Spuren ihrer Großmutter und sie fühlt sich mit der Zeit immer mehr mit der leidenschaftlichen Frau verbunden, denn ihrer beider Leben sind auf geheimnisvolle Art und Weise miteinander verwoben. 


Meine Meinung: 

Mir gefiel besonders der zarte und warme Schreibstil von Bettina Storks. Keine hektischen Episoden, sondern eher berührend und zauberhaft, wenn auch teilweise sehr traurig und wehmütig. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht Emilia zu begleiten und den Spuren ihrer Vergangenheit zu begegnen. 

Leider bleiben mir aber nach Zuschlagen des Buches doch noch einige unbeantwortete Fragen. Zum einen habe ich nicht ganz verstehen können, warum eigentlich Sophie ihre Tochter Pauline hinterließ. Ja man war früher nicht angetan von unverheirateten Frauen mit Kindern, aber aus meiner Sichtweise sollte es ja eher darum gehen, dass sie als physisch gestört dargestellt wurde. War sie es denn tatsächlich? Da Jean Pierre ebenso etwas andeutete, als Emilia von Pauline erzählte, dachte ich, da kommt noch ein ganz großes Geheimnis empor. Aber von dieser Seite aus gab es keine Aufklärung mehr. Ich selber bin mit dem Ende nicht ganz zufrieden und habe so das Gefühl etwas nicht ganz fertiges zurück zu lassen. 

Die Geschichte an sich ist auch nichts besonderes, denn wer gerne und viel in Richtung Familiengeheimnisse liest, wird dies auch so empfinden. 

Von Pauline hat man kaum von ihrem Leben erfahren, Vladi und die beiden Söhne von Emilia fand ich eher überflüssig. 
Emilia selber muss man einfach gern haben, ebenso wie Jean Pierre. Man hätte wirklich ein wenig mehr über das Leben dessen erfahren dürfen. Für mich daher leider ein winziger fader Beigeschmack. 


Fazit: 

Ein warmherziger, zarter Roman über eine Frau, die sich auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Großmutter macht. Durch den leichten Schreibstil ein schnelles Vorankommen der Geschichte, aber leider mit einigen ungeklärten offenen Fragen und keiner besonders außergewöhnlichen Erzählung. Aber da mir das Buch eine Menge Spaß bereitet hat, vergebe ich auch gerne 


4 Sterne ! 








Samstag, 17. März 2018

Erschütternd brutal, ehrlich und außergewöhnlich



Rezension zu "Das Haus der Granatäpfel (Lydia Conradi)


Titel:                      Das Haus der Granatäpfel

Autor:                    Lydia Conradi
Verlag:                   Pendo Verlag
Ausgabe:              gebunden
Preis:                     22,00€

Seiten:                   672

Sterne:                   3




Inhalt: 

Im schönen Smyrna im Jahre 1912 soll die junge Berlinerin Klara den Sohn eines Kaufhausmagnaten heiraten. Obwohl sie sich sofort in die wunderbare Stadt verliebt, scheint sie aber Peter nicht glücklich zu machen. So verliert sie schnell ihr Herz an Sevan, den jungen Arzt der Familie. Doch beide sind gebunden und ihnen stehen sehr schwierige Zeiten bevor. Auch da der erste Weltkrieg naht und die Idylle zu zerstören bedroht. 


Meine Meinung: 

Für mich war es sehr schwierig dem Geschehen wegen der vielen genannten Protagonisten zu folgen. Die Sprache, dessen sich die Autorin bedient ist ebenso gewöhnungsbedürftig. Zudem kam noch erschwerend hinzu, dass ich mir partout nicht merken konnte wer denn nun welcher Nationalität angehörte. Da man von einigen Charakteren erst wieder viele Kapitel später liest, hat man schon fast wieder vergessen, von wem gerade gesprochen wurde. Wenigstens hat man die Möglichkeit die Familienchronik im Buchinneren zu entdecken und ebenso wichtig ist das am Schluss befindliche Glossar. Denn gerade am Anfang des Romans wird mit türkischen Begriffen um sich geworfen, dass man kaum noch hinter her kommt. 

Dies alles hat mich auch nicht darüber hinweg trösten können, dass die eigentliche Geschichte um Klara und Sevan, sowie Theri und Tuncay sehr emotional ausgerichtet wurden. Leider hat man im Laufe deren Leben nicht allzu viel an Details erfahren dürfen, deswegen konnte ich mich auch nicht ganz in die Lage der Personen versetzen und meine Empathie hielt sich dadurch auch in Grenzen. Sehr schade, denn die gesamte Erzählung hat für mich großes Potenzial und ich fand das Ende des Gesamten einfach überwältigend. Erschütternd brutal, ehrlich und außergewöhnlich. 

Mich erinnern die Ereignisse in "Das Haus der Granatäpfel" an ähnliche Erzählungen, an ähnliche Kriege, in denen es immer darum geht, Andersdenkende zu verurteilen oder aus zu löschen. Die Engstirnigkeit und die Lust am Töten haben mich auch in diesem Roman sehr erschüttern lassen. Da wird einem wieder bewusst, dass man jederzeit mit allem Unheil rechnen kann und dies obwohl man nicht den leisesten Schimmer haben muss, weswegen. Menschen sind einfach zerstörerisch und man erkennt auch hier extrem die Bereitschaft dazu ohne Rücksicht auf Verluste. Unfassbar! 


Fazit: 

Aufgrund einiger Fremdwörter, vieler Charaktere und die sehr gewöhnungsbedürftige Sprache der Autorin fiel es mir schwer mich in das Geschehen einfach hinein fallen zu lassen. Durch die gesamte Geschichte zieht sich für mich ein trauriger Schleier und das Bewusstsein der Zerstörung. Die kleinen Highlights oder glücklichen Momente konnten daher auch nicht viel an meinem Gesamteindruck ändern. Daher vergebe ich für "Das Haus der Granatäpfel" 

3 Sterne !