Mittwoch, 23. Mai 2018

Endlich mal keine Schnulze


Rezension zu "Ohne ein einziges Wort" (Rosie Walsh)


Titel:                      Ohne ein einziges Wort

Autor:                    Rosie Walsh
Verlag:                   Goldmann Verlag
Ausgabe:              Taschenbuch
Preis:                     9,99€

Seiten:                   528

Sterne:                  5




Inhalt: 

Als Sarah auf einer Lichtung den attraktiven Mann Eddie kennen lernt, ahnt sie nicht, dass ihre Liebe nur eine Woche halten soll. Obwohl er sein Versprechen sich zu melden nicht eingehalten hat, kann Sarah ihn nicht vergessen. Während ihre Freunde ihr raten diesen egoistischen Menschen endlich aus ihrem Gedächtnis zu streichen, hält sie aber daran fest, dass ihm etwas zugestoßen sein könnte. Warum ist Eddie plötzlich verschwunden und was ist wirklich mit ihm geschehen? Werden die beiden sich jemals wieder sehen oder steckt etwa ein ganz anderer Grund dahinter? 

Denn manchmal ist der Grund einfach nur DU..


Meine Meinung: 

"Endlich mal keine Schnulze" dachte ich sofort, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte. Die meisten Liebesromane wirken einfach unauthentisch, kitschig und sehr übertrieben. Dieses Gefühl hatte ich kein einziges Mal bei "Ohne ein einziges Wort". Hier liegt eher das gesamte Leben eines einzelnen Menschen, welcher sich nach Liebe sehnt, im Vordergrund und gibt einem als Leser die Erfahrung mit, dass auch nach harten Schicksalsschlägen das Dasein noch glücklich enden könnte. Wem man begegnet oder was das Universum für einem selbst bereit hält muss man auf sich zukommen lassen. 

Jedenfalls fand ich Sarah besonders sympathisch, ich wäre gerne ihre Schwester gewesen, ich hätte ihr nie Schuldgefühle eingeredet. Oder auch Eddie. Wann trifft man mal solch einen außergewöhnlichen liebreizenden Mann, der sich so aufopfernd um seine Mutter kümmert. Bei diesen Passagen kamen mir oft die Tränen, aber das hat persönliche Gründe, denn ich kann mich mit vielen Ereignissen und Situationen identifizieren. 

Zu Anfang des Buches kommt so oft die Frage auf, wo ist Eddie, was ist mit ihm geschehen. Man möchte einfach nur wissen, in welche Richtung dieser Roman noch gehen mag. Die Briefe, die man vereinzelt lesen kann, haben mich vollends in die Irre geführt und ich war erstaunt, dass der Schreiber doch gar nicht derjenige war, den ich im Auge hatte. 

Später dann wieder Rätsel um Rätsel, und man fiebert richtig mit. Man möchte einfach ein Happy End und das obwohl ich in letzter Zeit doch lieber anderes lese. 

Der Schreibstil der Autorin ist so einfühlsam, authentisch, charakterstark und überzeugt auf ganzer Linie. Sie entführt ihre Leser in eine Welt voller Warmherzigkeit, aber auch Ablehnung und Mutlosigkeit, Liebe und Trauer. Wenn man sich auf dieses Buch ganz einlässt, dann widerfahren einem selber die genannten Emotionen. 
Ich jedenfalls war oft so benommen, dass ich erst mal eine Lesepause einlegen musste, aber nicht, weil es mir keinen Spaß bereiten konnte, sondern weil ich meine Gefühle oftmals wieder richtig ordnen musste. 


Fazit: 

Ein warmherziger Roman über Schicksalsschläge, die Liebe, Trauer, Wut und Empörung. An keiner Stelle als kitschig einzustufen und der Schreibstil der Autorin ist so authentisch, dass oft die Gefühle Achterbahn fahren. Da ich emotional sehr eingebunden war und ich selten so einen gut ausgearbeiteten Liebesroman lesen durfte, vergebe ich auch gerne ganze 


5 Sterne ! 














Mittwoch, 16. Mai 2018

Die Frau zwischen uns


Rezension zu "The wife between us" (Greer Hendricks & Sarah Pekkanen)


Titel:                      The wife between us

Autor:                    Greer Hendricks & Sarah Pekkanen
Ausgabe:              Klappenbroschur
Preis:                     12,99€

Seiten:                   448

Sterne:                  3





Inhalt: 

Seit der Scheidung mit Richard ist Vanessa nur noch ein Hauch ihrer selbst. Sie hat nur einen einzigen Gedanken: Die Heirat mit Richards neuer Freundin zu verhindern. 

Nelli kann es noch immer nicht fassen, dass ein so charismatischer Mann wie Richard ihr zu Füßen liegt und fühlt sich unheimlich glücklich. Doch sie hat das merkwürdige Gefühl beobachtet zu werden. Was möchte diese Stalkerin bloß von ihr? 

Als Emma einen Brief von Nellie in den Händen hält, in dem zu lesen ist, dass sie vor Richard warnt, ist sie zunehmend skeptisch, denn jeder weiß, dass die Briefeschreiberin von ihrem zukünftigen Mann besessen ist. Wo wird das Ganze enden, wenn ihr nicht Einhalt geboten wird? 


Meine Meinung: (Achtung Spoiler) 

Erst mit Zuschlagen des Buches konnte man ein wenig erahnen um was genau in diesem Roman denn eigentlich gehen sollte. Denn zu Anfang ist dies nicht ersichtlich. Im Wechsel werden Begebenheiten zwischen Nellie und Richard und Vanessa und Richard geschildert und man glaubt daraufhin natürlich dass von zwei Personen die Rede ist. Ab der Mitte kommt man ganz durcheinander, denn plötzlich wachsen Nellie und Vanessa zu einem Charakter und man kann fast gar nicht mehr dem Geschehen folgen. Von da an dachte ich auch, dass ich das Buch bald zur Seite legen würde, aber ich kann den vielen Erstlesern in einem jedenfalls zustimmen: "The wife between us" ist der reinste Pageturner, und man wartet nur auf die Auflösung, die man dann so gar nicht auf dem Schirm hatte. 

Im Nachhinein bleiben zwar einige Fragen noch offen aber dennoch war ich vom Ende doch sehr überrascht. Ich hatte den Eindruck die Autorinnen wollten kein einfaches Ende sondern noch einen und noch einen drauflegen und das ganze Szenario überstrapazieren. Das war meiner Meinung nach recht überflüssig und hat mich doch dann auch recht gestört. Man muss nicht für eine Rechenaufgabe gleich 10 Lösungen parat haben, meist langt schon eine einzige. 

Der Schreibstil macht aber auch einiges wett, denn dieser hat das Talent einem sofort in seinen Bann zu ziehen. Man kann den detaillierten Schilderungen sehr gut folgen und es macht Spaß sich selbst Bilder auszumalen und diese mit einzubinden. So hat man das Gefühl selbst mitten im Geschehen zu sein. 

Viele Verhaltensweisen von Vanessa konnte ich aber nicht ganz nach vollziehen und so klangen manche einfach unglaubwürdig. Denn wer gibt sich schon in Gefahr für eine Frau, die ja eigentlich ein Auge auf den Ehemann geworfen hat und keinerlei Reue zeigt? Oder wenn ich doch endlich diesen gewalttätigen Mann loswerden möchte, warum denke ich dann immer noch an ihn oder belästige sein neues Umfeld? Dies sind alles Fragen, die für mich keinen Sinn ergeben und so bleibt nach Weglegen des Romans eben noch ein fader Beigeschmack. 


Fazit: 

Ein Roman mit überraschenden Wendungen. Ein Roman mit einem fesselnden Schreibstil. Ein Pageturner in jedem Fall, aber auch an manchen Stellen ein heilloses Durcheinander, so dass man das Gefühl hat gar nicht mehr Herr des Geschehens zu sein. Dennoch hat mir das Lesen großen Spaß bereitet und schließlich wird man am Ende mit der Auflösung, mit mehreren Auflösungen belohnt. In diesem Genre habe ich aber schon wesentlich besseres in Händen halten dürfen und deswegen kann ich auch nur 

3 Sterne

 vergeben !! 















Humor und Spannung


Rezension zu "Jenseits auf Rezept" (Lisa Lercher)


Titel:                      Jenseits auf Rezept

Autor:                    Lisa Lercher
Verlag:                   Haymon Verlag
Ausgabe:              Taschenbuch
Preis:                     12,95€

Seiten:                   270

Sterne:                  4,5





Inhalt: 

Als Sonja König, Physiotherapeutin des neuen Zentrums im Dorf  tot aus der Donau gefischt wird, glaubt Major Eigner nicht an einen Unfall. Schließlich gibt es immer Spannungen und Eifersüchteleien wenn eine Frau vielen Männern den Kopf verdreht. Wer steckt hinter dem Mord und aus welchem Grund? Wie ist Sonja zu Tode gekommen? Eine Menge Arbeit steht dem Major bevor und er lässt nicht eher locker, bevor er den Fall gelöst hat. 


Meine Meinung: (Achtung: Spoiler)

 Ich muss schon sagen, der Schreibstil gehört zu einer der wenigen, die Spannung mit Humor vereinen können, ohne dass man aus den Augen verliert, dass es sich hierbei doch eigentlich um einen Kriminalroman handelt. Mir hat das Lesen von Anfang an unglaublich viel Freude bereitet und ich fand Major Eigner nicht nur sympathisch, sondern ich empfand ihn persönlich als einen Wohlfühlcharakter. Das passiert mir selten bei diesem Genre. 
Klar, vielleicht hätte er mehr Fahrt aufnehmen können, da doch der Fokus mehr auf das Privatleben des Majors gelegt wurde, aber ich mag es ab und an auch ganz gerne recht langsam und besinnlich. Ich muss nicht immer viel Action oder viel Spannung erwarten, denn am Wichtigsten ist mir der Unterhaltungsfaktor. Und vor allen Dingen, dass ich nicht gleich in den ersten Kapiteln den Täter schon vor Augen habe. 

Mit "Jenseits auf Rezept" hat Lisa Lercher meinen Geschmack treffen können. Einzig vielleicht die Tatsache, dass ich gerne noch gewusst hätte, ob Herr Fischer wirklich und nun von wem getötet wurde und was danach mit dem jungen Doktor geschah, waren ein paar Kritikpunkte meinerseits. Denn zu einem runden Ende sind mir solche offene Fragen meist zu wichtig. Mir persönlich fehlt dann ein gerader Abschluss und ich kann das Buch einfach nicht wirklich aus der Hand legen. Es juckt mich in Fingern zu wissen, was noch geschehen sein könnte. 

Aber da ja wohl dieser Roman nicht das Ende von Eigner und seinem Privatleben sein wird, habe ich ja noch Hoffnung, dass meine Fragen irgendwann beantwortet werden. 


Fazit: 

Ein mit viel Humor gespickter spannender Kriminalroman, den man als Liebhaber des Genres unbedingt lesen sollte. 

Lisa Lercher hat es geschafft in gerade mal 270 Seiten soviel Liebe zum Detail zu erschaffen, dass es einfach Freude bereitet dieses Buch zu Gemüte zu führen. Sie schafft es witzig, charmant und authentisch zu bleiben. 
Vielleicht zuviel Privatleben des Major Eigner und kleine offene Fragen lassen vermuten, dass hier mehr der Fokus auf die Ermittler und deren Wesen gelegt wurde. 
Dies stellt für mich aber keinen allzu großen Störfaktor dar und weil ich eine klare Leseempfehlung aussprechen möchte, vergebe ich auch gerne ganze 


4,5 Sterne !! 













Sonntag, 6. Mai 2018

Manchmal ist weniger einfach mehr


Rezension zu "Der Helicopter Coup" (Jonas Bonnier)


Titel:                      Der Helicopter Coup

Autor:                    Jonas Bonnier
Verlag:                   Piper Verlag 
Ausgabe:              gebunden
Preis:                     20,00€

Seiten:                   416

Sterne:                  3




Inhalt:

Ein Thriller nach einer wahren Begebenheit: Im Stockholmer Banknotendepot geht am Morgen des 23.September 2009 die Alarmanlage los. Auf dem Gebäude ist ein Helicopter gelandet mit vier Räubern an Bord. Der lang geplante Raubzug der Beteiligten scheint keineswegs perfekt, denn ziemlich schnell ist auch die Polizei vor Ort. Ob sie dennoch mit den vielen Millionen Kronen entkommen können oder nimmt das Ganze vielleicht eine vollkommen andere Wendung?!


Meine Meinung: 

Ein wirklich überraschendes Ende, ein wirklich interessanter Plot und coole lässige Charaktere, aber leider empfand ich den Schreibstil einigermaßen anstrengend. Statt die Protagonisten wirklich detailliert zu beschreiben wurden nur die Umstände, die kaum interessant für den Weitergang der gesamten Geschichte sind, in den Vordergrund geschoben. Viel zu viel Inhalt nicht bezogen auf den Coup ließen die wahre Begebenheit fast schon am Rande des Geschehens stehen. Langatmige Erzählstränge verliehen mir oft das Gefühl des Gähnens. Ich muss dann auch ehrlicherweise zugeben, dass ich einige Seiten einfach ohne Konzentration gelesen habe, da sie sowieso nicht von Relevanz zeugten. 

Auch konnte ich nur schwer die Hauptpersonen voneinander unterscheiden und hatte keinerlei Beziehung zu diesen. Der ständige Wechsel zwischen ihnen und ihren Dialogen brachten mich ganz durcheinander. Wenn ich nun nach Zuschlagen des Buches nochmal meine Gedanken schweifen lasse, dann fällt mir auf, dass man den Roman auch hätte in 100 Seiten schreiben können, denn der Rest war nichtssagend. Über das Ende hätte ich mir noch mehr Auskünfte gewünscht. Ich weiß zwar nun, wo die Millionen gelandet sind, aber eigentlich überhaupt nichts von deren neuen Besitzern. Und was hat die Polizei noch getan? Hat man jemals die Verbrecher gefasst? Diese Fragen bleiben mir noch offen. Dazu muss ich dann wohl leider auf andere Quellen zurückgreifen. 


Fazit: 

Ein Thriller im Hollywood Stil, coole Charaktere, interessanter Plot, aber die Ausführung und die Erzählkunst lässt zu wünschen übrig. Zudem die vielen nichtssagenden Kapitel und Szenen, die einfach nur langatmig das Gesamtwerk störten. Da ich selber der Überzeugung bin, dass manchmal einfach "weniger" doch "mehr" ist und ich oftmals weniger Spaß beim Lesen des Buches hatte, kann ich auch nur 

3 Sterne 

vergeben !! 













Freitag, 27. April 2018

Kriegsverbrecher und ihre Machenschaften


Rezension zu "Die geliehene Schuld" (Claire Winter)


Titel:                      Die geliehene Schuld

Autor:                    Claire Winter
Ausgabe:              gebunden
Preis:                     22,00€

Seiten:                   576

Sterne:                  4





Inhalt: 

1949 in Berlin: Als die junge Redakteurin Vera vom angeblichen Unfalltod ihres geschätzten Kollegen Jonathan erfährt und dieser ihr kurz vorher all seine gesammelten Berichte über seine Recherchen zukommen ließ, macht sie sich selber auf die Suche nach der Wahrheit. Seine Beobachtungen galten alten Kriegsverbrechern und dabei spielt wohl auch eine junge Dame namens Marie eine große Rolle, die im Stab Adenauers als Sekretärin angestellt wurde.

Den Warnungen zum Trotz macht Vera bald auf sich aufmerksam und schwebt in höchster Gefahr. 


Meine Meinung: 

Mein erster Roman der Autorin und mit Sicherheit nicht der Letzte. Obwohl ich schon zugeben muss, dass diese Thematik mich an manchen Stellen schon überfordern konnte und ich auch politisch gesehen kaum Sachverständnis oder Interesse dessen hätte. Doch der Schreibstil und die zarten Momente in diesem Buch, wenn Marie und Lina sich unterhielten oder Jonathan und Marie sich liebkosten, trugen dazu bei, dass ich auch ins Jahre 1949 abtauchen und diese kurzen Momente mit den Protagonisten genießen konnte. 

Dem Gesamtgeschehen zu folgen war angesichts der enorm vielen und kurzen Zeitsprünge doch recht anspruchsvoll und forderte volle Konzentration. Dies hätte man vielleicht ein wenig kluger lösen können, in dem man erst die Geschichte von Marie und dann später von Vera erzählt. Ich glaube dann hätte ich auch schneller durch dieses Buch beenden können. 

Die Charaktere sind aber enorm gut gezeichnet, sodass man für einige Sympathie und für andere richtigen Hass empfinden kann. Man bemerkt wieder, wie doch der Gerechtigkeitssinn in den Vordergrund rückt und man gerne alle Mitschuldigen an den schrecklichen Geschehnissen verurteilt sehen möchte. 


Fazit: 

"Die geliehene Schuld" kann ich nur empfehlen, wenn man gerne über die Nachkriegszeit liest. Claire Winter hat eine interessante Geschichte zwischen Fiktion und Wahrheit erschaffen und ihre Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet. Spannend, gut ausgearbeitet und trotz der Zeitsprünge kaum aus der Hand zu legen. Ich vergebe daher ganze 


4 Sterne !! 











Sonntag, 15. April 2018

Dies kann man nicht für immer vergessen !


Rezension zu "Für immer vergessen" (C.Rimmeck)


Titel:                      Für immer vergessen

Autor:                    C. Rimmeck
Ausgabe:              Taschenbuch
Preis:                     8,99€

Seiten:                   252

Sterne:                  3




Inhalt: 

Das Ehepaar Past wagt nach dem Unfalltod ihrer Tochter einen Neubeginn in einem Berliner Mietshaus. Während seine Frau angeblich ein Geistermädchen zu sehen und zu sprechen glaubt, wird ihr Mann das Gefühl nicht los, dass in seinem neuen Zuhause etwas schreckliches geschehen sein muss. Er versucht dem merkwürdigen Verhalten der Vermieterin und den Geschehnissen auf den Grund zu gehen und begibt sich damit in große Gefahr. 


Meine Meinung: (Achtung Spoiler)

Es ist für mich immer schwierig einen Autoren in dessen Anfängen zu beurteilen. Denn man hat schließlich keinerlei Vergleichswerke. Ich persönlich stelle mir aber immer vor, wie ich einen Roman aufbauen würde und versuche Parallelen auszumachen. Einen Bestseller sollte man daher mal ganz außen vor lassen. 

Die Grundidee von "Für immer vergessen" finde ich im nachhinein gut und detailliert ausgedacht und nieder geschrieben. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, dennoch recht spannend ausgeführt. Natürlich sind einige Logikfehler zu finden, einige Szenen und Verhalten der Charaktere kaum nach zu empfinden und zu verstehen. 
Am meisten allerdings hat mich beeinflusst, dass ich mit keinem Protagonisten warm werden konnte. Die Warmherzigkeit oder die Nähe haben mir da einfach schlichtweg gefehlt. Auch das Ende war ein wenig übertrieben und zu einfach gelöst. Das Gefühl einen Thriller in den Händen gehalten zu haben, hatte ich an keiner Stelle. Für mich las sich dieses Buch eher wie ein Familiendrama. Aber das kann ja auch mal ganz nett sein. 

Jedenfalls war für mich "Für immer vergessen" einfach nicht wirklich schlüssig. Zum einen bleiben für mich einige Fragen offen: Warum wollte die Vermieterin ausgerechnet die beiden Hauptfiguren in ihrem Haus haben? Warum wollte sie dann plötzlich ihre Tochter mit Thomas verkuppeln?
Dann das merkwürdige Verhalten von ihr, was genau wollte sie damit bezwecken? Warum ließ sie ihren Sohn mit ihrer Tochter in einer Wohnung hausen und warum wurde darum so ein Geheimnis ausgesprochen. Dies sind nur einige von vielen Ungereimtheiten, die mich fragend zurück lassen. Deswegen gehe ich davon aus, dass über solche Situationen nicht richtig nachgedacht wurde und sie einfach mit in den Roman eingebunden wurden. Aber wenn man für derartige Szenen keine Erklärungen finden kann, trübt das einfach den Lesefluss und das Gesamtergebnis. 

Für mich kam es so vor, als habe man sich nur über die eigentliche Grundidee Gedanken gemacht und das weitere Vorgehen sowie die Nebenszenen einfach fast ins Nichts laufen lassen. Schade, denn man hätte noch viel mehr aus diesen 250 Seiten herausholen können. 

Vielleicht wird uns der Autor C. Rimmeck ja beim nächsten Roman überraschen und uns eines besseren belehren. 


Fazit: 

Ein gut gehütetes Geheimnis, eine merkwürdige Vermieterin und ein Ehepaar, dass seinen Verlust verarbeiten muss. Dies alles vereint der Roman "Für immer vergessen". Hört sich nach einem Thriller an, liest sich aber keineswegs wie ein solcher. Das Ende gestaltet sich auch nicht gerade überragend und zu viele offene Fragen; Fragen über den Sinn des Ganzen; über das Verhalten der Protagonisten. Man kann, aber man muss dieses Buch nicht lesen. 

Der Autor hat mich aber mit seinem Schreibstil gut unterhalten können und ich hatte Spaß beim Lesen und deswegen vergebe ich auch gerne ganze 


3 Sterne !! 








Donnerstag, 12. April 2018

Eine wundervoll erzähle Familiensaga


Rezension zu "Das Versprechen der Jahre" (Penny Vincenzi)


Titel:                      Das Versprechen der Jahre

Autor:                    Penny Vincenzi
Verlag:                   Goldmann Verlag
Ausgabe:              Klappenbroschur
Preis:                     12,00€

Seiten:                   640

Sterne:                   4,5























Inhalt: 

Gegen den Willen ihrer Eltern heiratet die schöne junge Lady Celia den Verleger Oliver Lytton. Als dieser in den Krieg einberufen wird, muss sie alle Entscheidungen selber treffen. Die stabile Fassade ihres Lebens bekommt allmählich Risse und zudem kommt sie mit ihrem Mann nicht mehr zurecht, als dieser aus dem Krieg zurückkehrt. 
Währenddessen macht ihr der smarte Autor Sebastian den Hof. Wird sie sich darauf einlassen und wie wird sich ihr Leben und das ihrer Familie nach den verheerenden Kriegsjahren entwickeln?

Die Lytton Saga beginnt im Jahre 1904 in London und verspricht eine Geschichte um Liebe, Intrigen, Leidenschaft, Macht und ungewöhnlicher Ereignisse ! 


Meine Meinung: 

Eine Familiensaga mit so vielen Charakteren, unterschiedlichen Ansichten und Lebensgeschichten zu lesen gestaltet sich anfangs recht schwierig. Ich konnte mir kaum die Namen merken, geschweige denn wer zu wem gehört. Auch ist in diesem Roman keine Unterscheidung zu erkennen, wer gerade mit wem spricht oder wer gerade im Blickfeld des Lesers steht. Die Übergänge sind manchmal kaum wahr zu nehmen und so hat man Mühe dem Geschehen zu folgen. Doch dies wird mit der Zeit immer besser und man gewöhnt sich daran. Die Figuren bekommen immer mehr Festigkeit und von Seite zu Seite formt sich ein Bild eines jeden. So detailliert beschrieben kann man sich auch für den ein oder anderen erwärmen oder das Gegenteil tritt ein. 

Man hat das Gefühl als lebe man unter der Familie Lytton. Celia ist die nette Freundin und eine Person, die man einfach ins Herz schließen muss. Ebenso Oliver, auch wenn er öfter einen starken Mann heraushängen lassen möchte. Die kleine Barty hat es mir am meisten angetan. Ein Mädchen, dass heranwächst in einer Welt, von der sie nur träumen konnte und doch in ihrem Inneren die Liebe fehlt, die sich sehnlichst wünscht. Bemerkenswert ihren Werdegang mit erleben zu dürfen. 

Der Schreibstil der Autorin ist warmherzig, locker leicht und faszinierend. Ich hatte enorm großen Spaß an diesem Buch. Man fühlt die Atmosphäre, die sie dieser Geschichte eingehaucht hat und ich freue mich sehr darauf die weiteren Werke in Händen halten zu dürfen. Denn man muss einfach wissen, was noch alles auf die Lyttons zukommen wird. 


Fazit: 

Eine wundervoll erzählte Familiensaga mit Charakteren, die man ins Herz schließen mag. Wer gerne die Entwicklungen einzelner liebenswürdiger Personen miterleben möchte, der sollte auf jeden Fall zu diesem Roman greifen. Fast identisch mit Werken wie Downton Abbey und ähnlichem. Eine tolle Charakterdarstellung und unendlich viel Charme verbreiten sich in dessen Zeilen. Ein Wohlfühlbuch !! 

Für mich ein hoher Lesegenuss und deswegen vergebe ich auch gerne ganze 

4,5 Sterne !